Archiv 2024
4 Tage Abenteuer für unsere Erziehungsstellenkinder im Allgäu
Sich darüber auszutauschen, dass man mit der Situation, nicht mehr bei den Eltern zu wohnen, nicht alleine ist, ist für Pflegekinder wichtig. Ebenso wichtig ist es, dass Erziehungsstellen Auszeiten bekommen.
Solch eine kurze Auszeit ermöglichen wir mit dem jährlichen Sommerausflug für die Pflegekinder. Dieses Jahr ging’s nach Hinterstein ins Allgäu. Neun Kids|Jugendliche waren dabei und ließen sich auf spontane und geplante (Mini-)Abenteuer ein.
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Du willst genauer wissen, was Erziehungsstellen sind? Dich interessiert, was die Kinder denn mit den Fachkräften bei einem solchen Ausflug machen? Und was sagen die Fachkräfte über die Freizeit? Dann gibt dir ein Mitarbeiter des Vermittlungs- und Beratungsdienstes für Erziehungsstellen hier einen ausführlicheren Einblick:
Herr Frank, was ist der Vermittlungs-und Beratungsdienst für Erziehungsstellen?
Wir begleiten und unterstützen Erziehungsstellen in vielen Bereichen mit ihren aufgenommenen Pflegekindern. Unser Team und unsere Einrichtung schafft durch vielfältige Angebote ein Netzwerk und zahlreiche Austausch-, Informations- und Beratungsformate. Wir vermitteln Pflegekinder in Erziehungsstellen und qualifizieren interessierte Menschen mit einer pädagogischen Ausbildung zu Erziehungsstellen.
Und für die Pflegekinder hat ihr Fachbereich eine Freizeit in den Sommerferien angeboten?
Genau. Zum einem ist es uns ein Anliegen, dass sich die Pflegekinder austauschen und erfahren können, es gibt noch mehr Pflegekinder und das ganz in der Nähe. Ich bin nicht alleine, mit meiner Geschichte, nicht alleine mit meinen Problemen, nicht alleine, nicht mehr bei meinen Eltern wohnen zu können. Zum anderen ist es für die herausfordernde Arbeit mit den Pflegekinder für die Erziehungsstellen wichtig, auch Auszeiten zu haben.
Und wo ging es denn hin?
9 Kinder/Jugendliche und 2 Kolleginnen und ich sind ins Allgäu nach Hinterstein in ein Ferienhaus für 3 Übernachtungen mit 2 kleinen kit Bussen gefahren.
Was waren ihre Eindrücke?
Ich war begeistert von der kooperativen Atmosphäre, den Zusammenhalt, dem gegenseitigen Helfen und aufeinander Aufpassen. Das kannte ich von meinen Freizeiten in der Tagesgruppe nicht. Meines Erachtens liegt es daran, dass die Kinder und Jugendliche einen sicheren Ort und verlässliche Bezugspersonen haben. Das Aushalten, sich Auseinandersetzen, miteinander um Lösungen ringen, färbt auf das Verhalten ab und wir haben davon den schönen Strauß abbekommen.
Was waren die Highlights in der Freizeit?
Ich fand unsere Wanderung durch die Starzlachklamm sehr beeindruckend und der anschließende Besuch des Naturfreibads bei Sonthofen. Einige sind dort vom 5 Meter Turm gesprungen (eine Jugendliche sogar mit einem Handstand) und wir sind alle zusammen mit Molchen im Becken geschwommen. Aufregend war auch die Jungstour durch den Fluss, verfolgt von einer Horde hungriger Bremsen und dem Bauen eines alternativen Minibachlaufs. Es gab abseits der Highlights viele kleine schöne Momente, seien es kleine Gespräche, Streitigkeiten, die geklärt werden konnten, Miniabenteuer, wie das Hinabrollen eines Hanges und die stillen Dinge, wie malen, versunken Lego bauen und die Berge bestaunen.
Und gab es auch etwas Anstrengendes?
Ja, die Wespen und Bremsen, die Hausgänse, die die Busse belagerten und verteidigten, das quietschende Bett und schon auch den langen Fokus auf die Kinder und Jugendlichen.
Wie war die Zusammenarbeit im Team?
Sehr schön. Wir haben uns gut ergänzt und wir haben alle miteinander viel lachen können.